Ein Liebesbrief an den Herbst

Es ist wieder so weit. Wir “Strickwütigen” haben wieder einmal mehr einen guten Grund, das Strickzeug in die Hände zu nehmen. Nicht dass wir den sonst bräuchten, bzw. wissen wir ja spätestens seit meinem Seminar letztes Jahr, wie gut Stricken generell für die Gesundheit ist.
 
Doch jetzt mit dem Herbsteinbruch… da fühlt sich die warme Wolle auf dem Schoß irgendwie noch richtiger an. Dazu die Füße vor dem Ofen, der geliebte Platz im Schaukelstuhl und/oder mit dem Hund an den Füßen – wir haben alle unser individuelles Wohlfühlplätzchen in der kalten Zeit. (Verratet mir in den Kommentaren gerne, welches Eures ist.)
 
 
Das Besondere an der kalten Jahreszeit
 
So schön der Sommer ist, so hat doch jede Jahreszeit für sich seine Besonderheit. Und die des Herbstes und Winters ist es doch, sich drinnen “einzukuscheln”, während der Regen an die Scheibe schlägt.

Oder einfach das Wissen zu haben, dass die Kälte draußen bleibt. Und wenn die Sonne scheint, sich einen Pulli in leuchtend rostigen Herbst-Farben anzuziehen und eine Runde im Herbst spazieren zu gehen. Das Rascheln des Laubes unter den Füßen hören, vielleicht – auch wenn man keine Kastanien mehr sammelt – die erste auf zu heben, die uns in diesem Jahr unseren Weg kreuzt. Dann mit den Fingerspitzen über das glatte, glänzende, kalte Braun fahren.

Die Luft schmeckt jetzt kühler, auch wenn es manchmal noch warm ist und an den Beinen merkt man nach einer Weile draußen doch, dass die warme Jahreszeit jetzt vorbei ist. Dann erwartet uns Zuhause das Strickzeug und der Ofen, vor dem man es sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich machen kann.
 
Sich auf Kleinigkeiten konzentrieren
 
Was soll ich sagen, ich mag die kalte Jahreszeit, denn sie lässt uns entschleunigen. Die Veränderungen in der Natur können wir dafür nutzen, uns auf Details zu fokussieren und aktiv Freude zu empfinden. Denn Studien belegen, sich auf Positives zu konzentrieren, trainiert positives Denken.
 
Das bedeutet natürlich nicht, krampfhaft nur Positives sehen zu wollen. Damit setzen wir uns nur unter Druck. Aber dankbar zu sein, für das, was wir haben und was wir an unserem Alltag mögen. Einfach mal ungeachtet von dem, was sonst aktuell in unserem Leben so passiert – unsere Sorgen laufen ja schließlich nicht weg. Das liebe ich auch so am Stricken, es beschäftigt mich und doch gibt es mir Zeit zum Nachdenken, Reflektieren, und kompletten Entspannen – neudeutsch: im bin im Flow – egal zu welcher Jahreszeit.
 
Doch – fragt mich nicht warum – im Herbst, wenn der erste Wetterumschwung kommt, fühle ich mich nochmal besonders motiviert, das Strickzeug in die Hand zu nehmen. Ich weiß nicht, ob es Euch genauso geht. In unserem ersten eigenen Strickheft – Hress – das übersetzt Lebensfreude bedeutet, findet Ihr ja vielleicht auch etwas Herbstfreude und Inspiration.
 
Alles Liebe
Eure Christine

One Comment

  • Jutta Brandt

    Sehr, sehr schön geschrieben, Du sprichst mir aus dem Herzen 💕 Mein erster Lieblingsplatz ist mein 2. Wohnzimmer, nämlich die Terrasse mit Blick in den Garten, leider ist die Zeit bald vorbei… Der zweite Lieblingsplatz ist im eigentlichen Wohnzimmer auf meiner Sofaecke, wo sich alle Strickutensilien sammeln, lach… Einen schönen Herbst/Winter mit vielen guten Gedanken wünsche ich Dir 🤗

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