In meinem zweiten Projekttagebuch möchte ich Dich in die Entstehung des neuen Jackenmodells Vetur aus Plötulopi mit Farbverlaufsgarn mitnehmen.

Tag 1 – vom Rohmaterial zur fertigen Farbe

Die Idee zu unserem neuen Farbverlaufsgarn “Fairy” hatte ich beim Twisten. Beim Bestücken des Twisters lasse ich oft meinen Blick über das Regal, in dem das Rohmaterial steht, schweifen. Mir fielen immer wieder 3 Farben ins Auge, die zufällig nebeneinander standen, aber irgendwie fehlte noch etwas. Nachdem mich diese drei Farben wie magisch anzogen, wanderte mein Blick wieder und wieder in diese Regalreihe – und urplötzlich hat es gefunkt – die vierte Farbe, hellrosa, war gefunden.

 

Der neue Farbverlauf war geboren und ich twistete gleich drauf los, um die Wirkung der Farben im fertigen Knäuel zu sehen. Total begeistert über das Verlaufs-Törtchen – wie ich die Knäuel liebevoll nenne – fand sich auch schnell die passende Grundfarbe zum neuen Modell: nachtblau musste es für mich sein (ich habe eine Schwäche für Blau-Töne).

 

In Gedanken ging ich ein paar Muster-Ideen durch und brachte – ganz old school – die ersten Kreuzchen für das Muster aufs Papier. Ein Kreuzchen hier, ein Kreuzchen dort, immer mal wieder etwas wegradiert und ergänzt. Nach und nach entwickelte sich das Muster schon fast von ganz alleine.

Im nächsten Schritt gingen meine Überlegungen in Richtung Bündchen, Kragen, Kapuze, Taschen…

Eins stand sehr schnell fest: ich wollte unbedingt einen hohen Kragen und eine Kapuze. Taschen bin ich mir noch unsicher, aber die kann ich ja immer noch mitstricken – oder was meint Ihr? Schreibt gerne Eure Meinung in die Kommentare! Eine Taillierung wird es wahrscheinlich auch, das entscheidet sich während des Strickens.

 

Tag 2 – der Startschuss für die Nadeln

Nun möchte ich Dich auf die Reise durch das Probestricken der neuen Jacke mitnehmen.

Ich beginne mit dem Ärmel, zum einen weil ich damit immer starte, zum anderen um gleich zu sehen, ob sich der Farbverlauf so entwickelt, wie das in meiner Vorstellung der Fall ist.

Das Bündchen für die Jacke gestalte ich im Perlmuster, denn das kommt im Kopf meiner Vorstellung der Jacke am ähnlichsten.

Wenn Du noch nicht weißt wie man ein Perlmuster strickt, hier die kurze Erklärung:

1. Runde im Wechsel 1 Masche rechts, 1 Masche links
2. Runde im Wechsel 1 Masche links, 1 Masche rechts
1. und 2. Runde wiederholen bis zu Deiner gewünschten Länge.

Ein kleiner Tipp zum Schließen der Runde an den Ärmeln.

Den Anschlag mit zwei Strumpfstricknadeln arbeiten, die Hälfte der Maschen anschlagen und die andere Hälfte auf zwei weiteren Strumpfstricknadeln anschlagen. Anschließend die beiden Teile gegenüberlegen und die erste Masche (= 1. Anschlagmasche) abstricken, folgend die nächsten Maschen abstricken und dabei auf vier Nadeln verteilen – genauso wie es auch beim Sockenstricken gemacht wird.

  

 

 

 

 

 

Die paar Runden Perlmuster waren gleich erledigt und ganz gespannt habe ich dann endlich mit dem Muster begonnen. Da ich den Farbenverlauf zu Beginn der Ärmel als Farbe gewählt habe, startet das Muster mit der Grundfarbe. Ab dann konnte ich sehr schnell sehen, wie sich das Muster entwickelt – es ist immer wieder spannend für mich, Runde um Runde das zuvor gezeichnete in echt wachsen zu sehen. Innerhalb kürzester Zeit bekam meine Vorstellung ein Gesicht. Kleinere Korrekturen am Muster habe ich dann immer noch einfließen lassen, um den Übergang zum unifarbenen Teil schöner zu gestalten.

Die Ärmel waren beide schnell genadelt und – ich muss sagen – das Ergebnis ist sehr genau wie in meiner Vorstellung.

 

Tag 3 – der langwierige Body

Dieser Teil von jedem Strickstück ruft – zumindest bei mir – auch immer mal wieder ein Gähnen hervor…
Ich liebe es, den Body nach dem Bündchen einfarbig zu lassen, denn figürlich bin ich doch eher klein und “stämmig”, mit etwas breiteren Hüften gebaut – die muss ich ja nicht unbedingt auch noch durch ein Muster betonen. Ich peppe mir daher Jacken ganz gerne mit Taschen auf. Das wirkt der Langeweile beim “uni-stricken” entgegen und ist dann auch noch praktisch.
Ich habe nie Handtaschen oder ähnliches dabei, alles verschwindet in den Hosentaschen, da ist es um so besser, wenn die Jacke auch mit Taschen bestückt ist. Der Schlüssel, das Handy oder auch mal ein Papiertaschentuch passen hier immer gut rein.

>> Und nun benötige ich Deine Meinung! <<
Was soll ich machen – Taillierung, ja oder nein? Was meinst Du?
Schreibt mir Eure Meinung einfach als Kommentar unter diesen Post!

14 Comments

  • Jutta Brandt

    YESSSS, Taschen sind ein MUSS!!!
    Taillierung finde ich inzwischen auch gut, nur wenn Du von breiteren Hüften sprichst, betont eine Taillierung sie nicht zusätzlich?? Sieht klasse aus, der neue Verlauf!!! Weiter machen, Spannung steigt!!!

  • Marliese Kunzmann

    Du bist eher klein und stämmig, also mit einer etwas breiteren Hüfte? Dann ist es wie bei mir.
    Ich würde dann eher nicht “körpernah” bzw. tailliert stricken, denn durch eine betonte Taille würde wiederum die Hüfte betont werden.
    Liebe Grüsse, ich lese mit großen Interesse mit.

  • Mary G.

    Nach meiner persönlichen Meinung trägt sich die Jacke (bei „unserer“ Figur) ohne Taillierung besser. Taschen kommen mir auch entgegen, Handtaschen lasse ich nämlich immer liegen🤭Und Kapuze ist natürlich das Tüpfelchen auf dem I, wozu dann aber die Taille wieder nicht so passt ??!

  • Anja Cooper

    Ich habe es lieber ohne Tailierung. Zum Einen wegen der Röllchen und zum Anderen habe ich auch ohne Röllchen eher wenig Taille.
    Gruß Anja

  • Mohrlchen Katzmann

    Ich finde Deine Tagebücher klasse! Mach bitte weiter so!
    Also das Nachtblau hat es mir ja jetzt auch schwer angetan 😀
    Die Farben sind klasse und ich bin schon gespannt wie es weiter geht 😀
    Taschen finde ich bei einer Jacke auch wichtig 😀 Taillierung ist sicher Typ abhängig. …

  • Katrin

    Ich finde ja, auch eine etwas rundlichere Taille darf gern mit einer Taillierung “geformt” werden. Ich finde, das sitzt einfach besser und die Figur ist ein bisschen modelliert. Man muss sich ja keine Wespentaille reinstricken. Taschen in Wolle sind dagegen nicht so meins- wenn man sie wirklich nutzt, beulen sie irgendwann aus.

  • Annette Paula

    Also ich weiß nicht, ob es Abstuffungen bei der Taillierung gibt. Ich stelle es mir immer schmal in der Taille vor. Und da ich zur Zeit keine Taille habe, würde ich lieber darauf verzichten. Aber vielleicht habe ich auch nur eine falsche Vorstellung davon?
    Das Muster Stück auf dem Bild ist einfach nur wow!

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